Dr.
Christoph Kraiker
Summary: Using a basic theory
of operant behavior as an example, the so-called „structural view“ of
scientific theories is described and contrasted with the traditional
(statement-) view. Within the structural view several difficulties of behavior
theory are more easily dissolved, such as the question of its subject-matter,
the relationship between theory and practice, the „dynamics“ of theories,
the compatibility of different theories (eclecticism) and the problem of
behavioral determinism.
Zusammenfassung: Am Beispiel einer elementaren Theorie des Operanten
Verhaltens wird die sog. „strukturalistische Auffassung“ wissenschaftlicher
Theorien entwickelt und der traditionellen (Aussagen-) Konzeption gegenübergestellt.
Es wird gezeigt, dass sich innerhalb dieser Auffassungen einige Schwierigkeiten
von Verhaltenstheorien besser erklären und bewältigen lassen, u.a. das Problem
ihres Gegenstandes, das Verhältnis von Theorie und Praxis, die „Dynamik“ von Theorien,
das Wesen von Erklärungen in den Verhaltenswissenschaften, die
Nicht-Falsifizierbarkeit von Theorien, die Vereinbarkeit unterschiedlicher
Theorien (Eklektizismus) und das Problem des Verhaltensdeterminismus.
Sommaire: Au moyen de l`example
d`une théorie simplifiée du comportmnent operant, l`auteur développe une
conception „structurale“ des théories scientifiques et l`oppose au concept
traditionnel (de théorèmes). Cette vue permet à l`auteur de mieux résoudre
certaines difficultés posées par les théories comportementales telles que:
le problème de leur sujet, le rapport entre la théorie et la pratique, le
„dynamisme“ des théories, la nature des explications dans les sciences
comportementales, l`impossibilité de falsifier les théories, la compatibilité
des differentes théories (éclecticisme) et le problème du déterminisme de
comportement
Die
Geschichte von den drei Kränkungen
Zusammenfassung:
Sigmund Freuds „Geschichte von den drei Kränkungen“ wird als ein Komplex
indirekter und systematisch irreführender Suggestionen betrachtet. Neben Suggestionen
durch logische Implikation werden Anspielungen auf exemplarische Geschichten
(Beispiel Kopernikanische Revolution) und unbeabsichtigte Metaphern analysiert.
Es wird gezeigt, dass diese Geschichte den Zweck hat, die Psychoanalyse gegen
Kritik zu immunisieren und Freud selbst als großen Martyrer und Geisteshelden
darzustellen.
Dasselbe auf Englisch
Suggestionen im
wissenschaftlichen Diskurs
In dieser Abhandlung möchte ich
folgende Thesen vertreten:
1. Die sog. moderne Wissenschaft hat sich
mit dem Anspruch etabliert, die Lenkung individuellen und politischen
Verhaltens dem Einfluss von Suggestionen zu entziehen und der Rechtfertigung
durch eine von allen nachvollziehbaren objektiven wissenschaftlichen
Beweistechnik zu unterwerfen.
2. Zum Zeitpunkt ihres Entstehens (ca.
zwischen 1550 und 1650, repräsentiert durch Namen wie Galilei, Francis Bacon,
Descartes) bedeutete die Überwindung klerikaler und adliger
Herrschaftsansprüche die Möglichkeit einer Herrschaft durch die Menschen
selbst. Die moderne Wissenschaft wurde so zu einer Vorbedingung für das
Entstehen demokratischer Regierungen.
3. Dieses Programm ist gescheitert. In
der Gegenwart macht auch die Wissenschaft ihren Einfluss auch suggestiv
geltend, sie kann gar nicht anders, und damit ist sie zu einer potentiell
größeren Gefahr geworden als jenes Lenkungssystem, das sie ersetzen sollte.
Zusammenfassung: Anhand von vielen Beispielen wird gezeigt, wie in Artikeln
(einer bekannten süddeutschen Zeitung) durch die Verwendung von bestimmten
Begriffen Assoziationen und Bedeutungen impliziert werden können, die explizit
nicht ausgedrückt werden.